Gewaltprävention im Turn- und Sportverein

Gemeinsam für ein respektvolles, selbstbewusstes und sensibilisiertes Miteinander

Gewalt in den verschiedensten Ausprägungen – wie physisch, sexualisiert oder psychisch – ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und somit für den Sport ein Thema, dem Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Der organisierte Sport ist für viele Menschen und insbesondere auch die besonders schützenswerte Gruppen der Kinder und Jugendlichen ein zentraler Ort ihrer Freizeitgestaltung. Darüber hinaus trägt das Vereinsleben maßgeblich zur Entwicklung der Persönlichkeit bei und spielt bei der Vermittlung von Werten wie Achtung und Respekt im gegenseitigen Miteinander eine große Rolle. Zum gesamtgesellschaftlichen Engagement gegen Gewalt in jeglicher Form möchte der Badische Turner-Bund mit seinen über 436.000 Mitgliedern in 1.137 Mitgliedsvereinen, davon über 150.000 Kinder und Jugendliche, seinen Teil beitragen und hat zu diesem Zweck ein Präventions- und Interventionskonzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt erarbeitet.

Der Badische Turner-Bund befasst sich mit diesem Thema jedoch nicht erst seit der erhöhten medialen Präsenz entsprechender Vorfälle in den letzten Monaten. Beispielsweise ist die "Prävention sexualisierter Gewalt" bereits seit 2012 mit zwei Lerneinheiten integraler Bestandteil der Trainer- und Übungsleiterausbildung. Zudem müssen alle ausgebildeten Trainerinnen und Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter seither im Rahmen ihres Prüfungslehrgangs den DOSB-Ehrenkodex unterzeichnen, bevor ihre Lizenz ausgestellt wird. Mit der Unterzeichnung des Ehrenkodexes verpflichten sie sich dazu, die Arbeit mit ihren Sportlerinnen und Sportlern unter Einhaltung von ethischen und moralischen Gesichtspunkten zu gestalten.

Um die notwendigen Maßnahmen nachhaltig voranzubringen, hat der Badische Turner-Bund das "Präventions- und Interventionskonzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im BTB" erarbeitet. Ziel des Schutzkonzepts, das neben Kindern und Jugendlichen natürlich alle Sportlerinnen und Sportler, Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie weitere Engagierte im Verein einschließt, ist die Sensibilisierung für das Thema und die Schaffung der strukturellen Rahmenbedingungen zur Gewaltprävention und zum Umgang mit Betroffenen. Allen Beteiligten sollte bewusst sein, dass (sexualisierter) Gewalt, auch wenn es z.B. im Verein auf den ersten Blick keinen konkreten Handlungsbedarf zu geben scheint, am besten proaktiv und präventiv begegnet werden kann. Es geht dabei in keinster Weise darum, den Sport im Allgemeinen oder die Vereine im Speziellen unter einen Generalverdacht zu stellen. Ganz im Gegenteil: Ziel des Konzepts ist die Schaffung eines geschützten Umfelds in den Vereinen, in dem eine Haltung entwickelt wird, die die Grenzen eines jeden einzelnen achtet und in dem jeder das Gefühl hat, jederzeit Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten zu haben.

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Sybille Kuthe
Ombudsperson Badischer Turner-Bund
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Badischer Sportbund Freiburg

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Telefon 08000 116016
www.hilfetelefon.de

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche
Telefon 116 111
www.nummergegenkummer.de

Was-geht-zu-weit.de
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